Am 3. Februar hat Reporter ohne Grenzen den Bericht zur Lage der Pressefreiheit veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Zahl der Übergriffe auf Berichterstatter gegenüber dem Vorjahr zwar von 89 auf 55 zurückgegangen ist, dass aber "erneut die Berichterstattung auf Demonstrationen sowie bei Recherchen und Filmaufnahmen in rechtsextremen Milieus" besonders gefährlich gewesen sei, wie es heißt. Am häufigsten bestanden die Übergriffe in Schlägen und Tritten gegen die Journalisten. Der DJV rät deshalb Medienschaffenden dazu, Vorort-Recherchen über Demonstrationen und Veranstaltungen extremistischer Gruppierungen nur im Team durchzuführen.
Der Schutz des Berufsgeheimnisses von Journalistinnen und Journalisten muss gewahrt bleiben. Das fordert das Medienbündnis, dem auch der DJV angehört, in seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums für das Gesetz zur Einführung einer IP-Adressspeicherung und Weiterentwicklung der Befugnisse zur Datenerhebung im Strafverfahren. Demnach könnten Ermittlungsbehörden einfacher als bisher auf digitale Verkehrs- und Nutzungsdaten von Journalisten zugreifen. Darüber hinaus ermöglicht der Entwurf die Erstellung von Bewegungsprofilen. DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster: "Gerade im digitalen Raum muss der journalistische Berufsgeheimnisschutz gewahrt bleiben."
Der DJV hat die Regierungskoalition davor gewarnt, medienpolitische Entscheidungen an vermuteten Reaktionen von US-Präsident Donald Trump auszurichten. Anlass sind Medienberichte über angebliche Warnungen der deutschen Botschaft in Washington an die Bundesregierung vor einem Gesetz, das amerikanische Streamingdienste zu Investitionen in Deutschland verpflichten würde. Danach sollen die Diplomaten vor möglichen Strafzöllen gewarnt haben. "Die Frage, ob US-Medienanbieter gesetzlich zu Investitionen zur Förderung des Filmstandorts Deutschland verpflichtet werden sollen, darf nicht vom vermuteten Gemütszustand von Donald Trump beeinflusst werden", warnte DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Von Investitionen in die Filmwirtschaft würden auch Dokumentarfilmer profitieren. Zwei Tage später gab die Regierungskoalition ihre Einigung auf ein solches Gesetz bekannt.
Um fast 20 Prozent wuchsen die Zugriffe auf die digitalen Angebote der Deutschen Welle zwischen 2024 und 2025. Die Zahl der monatlichen Aufrufe liegt bei etwa zwei Milliarden. Trotz Zensurmaßnahmen in Russland und Iran wurden in den beiden Ländern mehrere Millionen User erreicht. Besonders gefragt war die DW-Berichterstattung zu den internationalen Konflikten in der Ukraine, in Gaza sowie zu den Entwicklungen in Syrien und im Sudan.
Die Washington Post schmeißt ein Drittel ihrer rund 800 Journalistinnen und Journalisten raus. Damit solle das Überleben des Blattes gesichert werden, heißt es offiziell. Die Sportberichterstattung wird komplett eingestellt, über Literatur wird künftig nicht mehr berichtet. Der beliebte Podcast "Post Reports" wird zugemacht. Die Nahost-Redaktion wird vor die Tür gesetzt, die Leiterin des Kiewer Büros ebenfalls. Post-Eigentümer Jeff Bezos war offenbar nicht mehr bereit, die Defizite seiner Zeitung zu tragen.
Die öffentlich-rechtlichen Sender müssten sich Fragen nach Effizienz, Neutralität und Ausgewogenheit stellen lassen. Das sagte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner im Interview mit der Bild am Sonntag. "Und es wird dann schwierig, wenn die veröffentlichte Meinung sich immer mehr von der öffentlichen Meinung verabschiedet. Da muss es dann auch eine selbstreflektierende Korrektur geben." Außerdem erweckte sie den Eindruck, die Öffentlich-Rechtlichen würden Bundestagsdebatten nur übertragen, wenn sie eine Lücke im Programm haben. Der aktuelle Medienstaatsvertrag, der seit 1. Dezember 2025 in Kraft ist, sieht unter anderem einen Medienrat vor, dem ARD und ZDF Bericht erstatten sollen. Außerdem bescheinigt eine aktuelle Studie dem Programm die gleiche Perspektivenvielfalt wie den journalistischen Angeboten anderer Medien.
Der Richard-von-Weizsäcker-Journalistenpreis 2026 würdigt Beiträge, die die gesellschaftlichen Entwicklungen und neue Ansätze im Kampf gegen die Isolation beleuchten. Gesucht werden Geschichten, die zeigen, wie Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und der Einzelne heute der Einsamkeit begegnen und welche innovativen Wege und Strukturen dabei entstehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Karlheinz Stannies, Redakteur, freier Journalist, Karikaturist, Gewerkschafter und vor allem Mensch mit Herz, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Stannies, von Freunden und Kollegen "Charly" genannt, hat sich jahrzehntelang im DJV engagiert: als Vorsitzender des Bundesfachausschusses Tageszeitungen und Betriebsräte, als Mitglied im Vorstand des DJV NRW. Der DJV ernannte ihn für seine Verdienste als Gewerkschafter zum Ehrenmitglied. Karlheinz Stannies wird am 11. Februar um 11 Uhr auf dem Nordfriedhof in Essen beigesetzt. Treffpunkt ist die Trauerhalle.
Björn Dake, Korrespondent im BR-Hauptstadtstudio in Berlin, wird am 1. März Studioleiter der ARD in Tel Aviv. Er folgt auf Christian Limpert, dessen Einsatz in Israel turnusgemäß endet.
Christian J. Goldsmith, Redaktionsleiter bei GeraNova Bruckmann, wird Chefredakteur von Zuhause Wohnen. Vorgängerin Vera Marquardt-Schween geht "neue Wege", wie es heißt. Tobias Goldbrunner, Chefredakteur bei der VRM, wechselt im Juni als Editorial Director zur Sportzeitung Kicker. Und Lokalchefin Katharina Petermeier steigt am 1. Juni zur stellvertretenden Chefredakteurin Rheinhessen auf.
Stephan Langer ist als Chefredakteur der Zeitschrift Christ in der Gegenwart ausgeschieden. Interimsweise übernehmen Simon Biallowons und Stefan Orth die redaktionelle Leitung.
Christof Bock, Medienredakteur der dpa, wechselt als Reporter zur Katholischen Nachrichten-Agentur in Frankfurt.
Zitat der Woche
"Wer laut ist, muss umso genauer wissen, wann er leise sein sollte", benennt BILD-Chefredakteurin Marion Horn die Herausforderung an den Boulevardjournalismus.
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Redaktion: Hendrik Zörner (verantw.)
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