818 Straftaten gegen Journalistinnen und Journalisten. So viele Delikte zählte das Bundeskriminalamt im Zeitraum 1. April 2024 bis 30. November 2025. Gegenüber 2023 nahmen die Übergriffe um 71 Prozent zu. Knapp ein Drittel aller Fälle ging von Rechtsextremisten aus. 78 Delikte wurden dem Bereich "links" zugeordnet. Die meisten Taten ereigneten sich in Berlin, gefolgt von Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Am häufigsten kam es im Umfeld von Demonstrationen zu Übergriffen, auf Platz 2 lag der "Tatort Internet" mit mehr als 300 Delikten.
Der DJV rät allen Journalistinnen und Journalisten, die Warnungen von deutschen Sicherheitsbehörden vor Phishing-Attacken im Messengerdienst Signal ernst zu nehmen. Zuvor hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entsprechende Warnungen veröffentlicht. Darin ist von Erkenntnissen die Rede, "denen zufolge ein wahrscheinlich staatlich gesteuerter Cyberakteur Phishing-Angriffe über Messengerdienste wie 'Signal' durchführt. Im Fokus stehen hochrangige Ziele aus Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalistinnen und -journalisten in Deutschland und Europa." Signal wird vorzugsweise von vielen Medienschaffenden und Redaktionen zum Austausch vertraulicher Informationen und für Kontakte mit Informanten genutzt.
Die Funke Medien Niedersachsen GmbH und die Funke Harz Kurier GmbH (Funke Niedersachsen) müssen nach dem nun rechtskräftigen Teil des Urteils des OLG Celle (Az: 13 U 25/24) ihre hauptberuflich tätigen Freien darüber informieren, dass Teile ihrer Klauseln in den Rahmenverträgen rechtlich unwirksam sind und sie sich in der Zukunft nicht mehr auf diese Vereinbarungen berufen werden. Die Klauseln waren erstmals Ende 2021 den Freien gegenüber herausgegeben worden. Das bedeutet unter anderem: Vor dieser Vereinbarung geschlossene anders lautendende Abreden zwischen den betroffenen Freien und Funke Niedersachsen haben weiterhin rechtlichen Bestand. Darüber hinaus kann das Medienhaus nicht mehr einwenden, dass Nachforderungen der Freien zu der "vereinbarten" Vergütung per se angemessen sind. Die Entscheidung beruht auf einer Verbandsklage, die der DJV auf Initiative des Landesverbands Niedersachsen erhoben hatte.
Der Extremwetterexperte der ARD, Frank Böttcher, wird Gast sein beim DJV-Klimastammtisch am 14. Februar um 18.30 Uhr. Neben seiner Tätigkeit für die ARD ist Böttcher Veranstalter des ExtremWetterKongresses und der Deutschen KlimaManagementTagung. Seine These: "Das Thema Klimawandel ist nicht ideologisch zu betrachten. Es gehört in den Bereich der Nationalen Sicherheit sowie des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes." Die Teilnahme am DJV-Klimastammtisch ist für DJV-Mitglieder kostenlos.
ARD und ZDF zahlen nach einem Bericht des Evangelischen Pressedienstes (EPD) der Deutschen Telekom 152 Millionen Euro für Übertragungsrechte der Fußball-WM im Sommer. Das Paket soll die Live-Übertragung von 60 Partien beinhalten. Dazu gehören alle Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die öffentlich-rechtlichen Sender dürfen zudem über alle WM-Partien in Zusammenfassungen berichten. Für die ARD ist darüber hinaus eine Audioberichterstattung über alle WM-Spiele eingeschlossen.
Ghislaine Maxwell, verurteilte Straftäterin, Ex-Partnerin von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und Tochter des Medienmoguls Robert Maxwell, soll im Jahr 2017 einen Internationalen Presseausweis gehabt haben, ausgestellt von der dju in ver.di. Das berichtete am Wochenende der Spiegel. Die dju verwies zunächst darauf, dass Antragsunterlagen aus Datenschutzgründen "nach dem Jahr der Ausstellung vernichtet" würden. Zwei Tage später hieß es, bei dem Maxwell-Ausweis handle es sich sicher um eine Fälschung. Die dju behalte sich "wie in solchen Fällen üblich rechtliche Schritte vor".
Warum setzen sich Menschen freiwillig potenziell lebensbedrohlichen Situationen aus, und wie bereiten sie sich darauf vor? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Dokumentarfilms, den Nils Eberwein, Regiestudent an der Filmakademie Baden-Württemberg, drehen will. Im Fokus stehen drei Protagonist:innen aus dem Journalismus und der humanitären Hilfe, die ein fünftägiges Hostile Environment Awareness Training (H.E.A.T.) durchlaufen. Der Film begleitet sie während des Seminars und zeigt, wie sie mit den theoretischen und praktischen Übungen umgehen, wie sie sich mit persönlichen Grenzen konfrontieren und welche Erfahrungen und Erkenntnisse sie aus dem Seminar für die Zukunft ihrer Arbeit mitnehmen. Interessenten wenden sich an nils.eberwein@stud.filmakademie.de. Das Seminar wird veranstaltet vom Krisenwerk in Hamburg.
Sarah Schulz, Chefredakteurin bei der Schlüterschen Mediengruppe, ist am 1. Februar im Alter von 34 Jahren gestorben.
Werner Kolbe, Chefredakteur der Landeszeitung in Lüneburg (LZ), ist im Alter von 62 Jahren verstorben. Er war seit 1993 Mitglied der LZ-Redaktion. Stefan Niggemeier, freier Medienjournalist, wird regelmäßiger Autor im Ressort Feuilleton und Medien der Süddeutschen Zeitung.
Katharina Freundorfer, Redakteurin bei der Schlüterschen Verlagsgruppe, ist zur Chefredakteurin von Norddeutsches Handwerk, genau und handwerk.com aufgestiegen. Sie folgt auf Marco Weiß, der die Chefredaktion zuletzt interimistisch innehatte.
Zitat der Woche
"Die Rechtsextremen suchen Anlässe, um Richtung ARD und ZDF 'Staatsfunk!' zu rufen, haben aber keine Idee, was man besser machen kann", sagt Schauspieler Bastian Pastewka.
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