"Nicht meckern, Mitbestimmen." So lautet das Motto der diesjährigen DJV-Kampagne zur Teilnahme an den Betriebsratswahlen, die am 1. März in den Medienunternehmen starten. Journalistinnen und Journalisten können über ihre Betriebsräte die Arbeitsbedingungen in den Medienunternehmen aktiv mitgestalten. Sparzwängen in den Redaktionen und stetig wachsendem Leistungsdruck müssen die berechtigten Interessen der Beschäftigten entgegengesetzt werden.
Der DJV hat am 23. Februar Bundesaußenminister Johann Wadephul aufgefordert, den türkischen Botschafter einzubestellen. Grund ist die Untersuchungshaft des Deutsche-Welle-Korrespondenten Alican Uludağ, die Ende vergangener Woche verhängt wurde. Sie wurde von einem Haftrichter mit einem "starken Verdacht" begründet, den türkischen Präsidenten zu beleidigen. Als Grund für die Untersuchungshaft nannte das Gericht die Gefahr einer "fortgesetzten Begehung der Straftat" und "Behinderung des Beweisverfahrens". Uludağ war zuvor von 30 Polizisten in seiner Wohnung vor den Augen seiner Familie verhaftet worden.
Der ehemalige ZDF-Moderator Claus Kleber hat zur KI-Panne beim ZDF-heute journal klar Position bezogen. Er kritisierte gegenüber dem Tagesspiegel die Abberufung der US-Korrespondentin Nicola Albrecht: "Ihr ist ein schlimmer Fehler passiert, wie er in unserem Geschäft auch den Besten passieren kann. Ich weiß, wovon ich spreche." Albrecht sei "eine tadellose, aufrechte Kollegin, die sich stets die schwierigsten Regionen ausgesucht hat". Die ZDF-Verantwortlichen mahnte er, "dafür zu sorgen, dass sich in den Redaktionen nicht das Gift der Angst breitmacht".
In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin", die vom ARD-Hauptstadtstudio produziert wird, kam es zu einer viel diskutierten Panne: In dem Bericht vom 22. Februar über den CDU-Parteitag war die klatschende Altkanzlerin Angela Merkel zu sehen, als die Wiederwahl von Friedrich Merz zum CDU-Parteivorsitzenden erwähnt wurde. Merkel war bei Bekanntgabe des Wahlergebnisses jedoch schon abgereist. Den Beifall hatte sie nach Merz' Rede gespendet. Die Redaktion entfernte das Bild und bat, "den Fehler zu entschuldigen".
Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) empfiehlt eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 28 Cent auf 18,64 Euro ab dem Jahr 2027. Das sind 30 Cent weniger, als das Expertengremium ursprünglich zum 1. Januar 2025 vorgeschlagen hatte. Grund für die niedrigere Empfehlung seien höhere Erträge der Sender, hieß es.
Weiträumige Absperrungen rund um den Berliner Müggelturm, Kontrollen von Journalisten durch einen privaten Sicherheitsdienst, Hausverbot gegen den ARD-Sportjournalisten Hajo Seppelt: Das waren die Begleiterscheinungen einer Pressekonferenz, zu der die Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) am 26. Februar eingeladen hatte. Thema war die kritische Berichterstattung von Seppelt, in der es um ein Klima der Angst unter den Athleten ging. Der DJV protestierte gegen das Hausverbot: "Es geht nicht an, eine Pressekonferenz wie einen closed shop zu organisieren", sagte Mika Beuster.
Mit mehr als 100 Rügen in einem Jahr hat der Deutsche Presserat einen traurigen Rekord vermeldet. Anlass waren 2.636 Beschwerden. Die meisten richteten sich gegen Berichte über den Nahost-Konflikt. In 328 Beschwerden ging es um einen Bericht in bild.de über den getöteten Al-Jazeera-Korrespondenten Anas al-Sharif. Für die Überschrift "Als Journalist getarnter Terrorist in Gaza" fehlten nachprüfbare Belege, der Beschwerdeausschuss wertete dies als Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht sowie als Verletzung der persönlichen Ehre des Journalisten.
Nach fünfjährigem Rechtsstreit ist jetzt das Königreich Marokko in letzter Instanz vor dem Bundesgerichtshof gegen Süddeutsche Zeitung, Zeit und mehrere andere Medien unterlegen. Nach Ansicht des Gerichts stehen einem ausländischen Staat keine äußerungsrechtlichen Abwehransprüche gegen inländische Medien zu (Az. VI ZR 415/23 und VI ZR 416/23). Die beklagten Medien hatten 2021 behauptet, dass die Spionagesoftware Pegasus von Marokko gegen französische Regierungsmitglieder eingesetzt worden sei. Diese Berichterstattung sei ehrverletzend, klagte Marokko daraufhin.
Die Drohgebärden von US-Präsident Donald Trump gegen Dänemark im Streit um Grönland haben Deutschlands Online-Medien genutzt. Wie Similarweb herausfand, legten alle Nachrichtenportale im Januar gegenüber dem Vormonat deutlich zu. Spitzenreiter war bild.de mit einem Plus von 4,9 Prozent auf 178,72 Millionen Visits. Noch deutlicher waren die prozentualen Steigerungen beim Tagesspiegel (+39,4 Prozent), bei tagesschau.de (+23,8 Prozent) und bei ntv.de (+22,1 Prozent).
Save the Date: CSD 2026. Der DJV nimmt in diesem Jahr an sechs Christopher-Street-Day-Paraden (CSD) von Ende Juni bis September teil. So soll ein starkes Zeichen für Vielfalt, Pressefreiheit und Demokratie gesetzt werden. Mitglieder & Friends sowie alle solidarischen Medienleute sind herzlich eingeladen, auf den CSD-Wagen in Köln, München und Stuttgart bzw. bei den Fußgruppen in Hamburg, Erfurt und Sonnenberg mitzumachen. Weitere Infos und Anmeldung unter csd@djv.de.
Regionaljournalismus - heute wichtiger denn je. So lautet das Motto des IQ-Forums am 28. März in Nürnberg. Wie stellen sich regionale Medien heute auf? Wie gehen Journalisten und Medienhäuser mit Rechtsaußen um? Und welche Antworten finden sie auf die Herausforderungen der Deep Fakes? Das IQ-Forum 2026 ist zu Gast im Nürnberger Presseclub und schaut gemeinsam mit Nürnberger Medienschaffenden und vielen Gästen auf die Entwicklung des Journalismus. Die Teilnahme ist kostenlos.
Sylvia Winnewisser, freie Mitarbeiterin des Wiesbadener Kuriers und des Magazins Blickpunkt des DJV Hessen, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Nina Zeller, freie Journalistin, und Projektmanager Mike Badstübner werden Chefredakteure des Luxus-Lifestyle-Magazins Viva Monaco.
Roman Deininger, Chefreporter der Süddeutschen Zeitung, soll zum stellvertretenden Chefredakteur neben Ulrich Schäfer aufsteigen.
Antonia Götsch, Chefredakteurin des Harvard Business Manager, hängt ihren Job an den Nagel, bleibt dem Magazin aber als Kolumnistin und Moderatorin erhalten. Neue Chefredakteurin wird die bisherige Stellvertreterin Gesine Braun.
Zitat der Woche
"In Deutschland glauben immer mehr Politiker*innen anscheinend wirklich den Stuss, dass mit solchen Centbeträgen (Landtags-)Wahlen gewonnen werden." taz-Kolumnist Steffen Grimberg zur KEF-Empfehlung.
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