Bundeskanzler Friedrich Merz muss Auskunft über die von ihm angestrengten rund 300 Beleidigungsklagen geben. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg geurteilt (Az. OVG 6 S 4/26). Die Regierung hat demnach künftig Angaben darüber zu machen, welche der mehr als hundert Staatsanwaltschaften in Deutschland zu Beleidigungen des Kanzlers ermitteln. Zudem ist das jeweilige Aktenzeichen mitzuteilen. Geklagt hatte der Tagesspiegel und bereits vor dem Verwaltungsgericht Berlin Recht bekommen. Dagegen war das Kanzleramt in Berufung gegangen.
Wenn am 12. April das neue ungarische Parlament gewählt wird, müssen Journalistinnen und Journalisten frei und ungehindert über die Wahlen berichten können. "Interviews, Film- und Tonaufnahmen dürfen nicht behindert werden", mahnt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Das müsse für Journalistinnen und Journalisten aus Ungarn in gleichem Maß gelten wie für die zahlreichen internationalen Korrespondenten, die über die Wahlen berichten wollen. Wegen eines möglichen Machtverlusts des autokratisch regierenden Präsidenten Viktor Orbán kommt dem Wahlgang eine besondere Bedeutung zu. Dafür spricht auch, dass die OSZE 200 Wahlbeobachter nach Ungarn entsendet.
Die Redakteurinnen und Redakteure der Lübecker Nachrichten Media GmbH sind am 7. April erneut und für zwei Tage in einen Warnstreik getreten. Sie reagierten damit auf ein völlig unzureichendes Angebot der Geschäftsführung im Rahmen der laufenden Haustarifverhandlungen. Der DJV Nord, der die Verhandlungen gemeinsam mit ver.di führt, fordert die Übernahme des Flächentarifvertrags. Das Angebot der Geschäftsführung liegt um bis zu 36 Prozent unter Tarif.
Diese Frage untersuchen das DJV-Mitgliedermagazin journalist und die Rechercheplattform Correctiv in einer gemeinsamen Recherche. Dabei wollen sie sich einen umfassenden Überblick darüber verschaffen, wie ausgeprägt Künstliche Intelligenz bereits in Redaktionen zum Einsatz kommt. Wo unterstützt sie Redaktionen bei deren Arbeit? Wo wurden KI-Anwendungen ausprobiert, haben sich aber nicht bewährt? Wo ersetzt die KI redaktionelle Arbeitsplätze? Und wo kommt KI auf eine Weise zum Einsatz, die als ethisch fragwürdig empfunden wird? Wer Antworten auf die Fragen hat, kann an einer gemeinsamen Umfrage von journalist und Correctiv teilnehmen.
US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, Journalisten einzusperren, wenn sie ihre Quellen für die Berichterstattung über den befreiten US-Waffenoffizier nicht offenlegen, der über dem Iran abgeschossen worden war. Trump wörtlich: "Nationale Sicherheit. Gebt uns die Infos oder geht ins Gefängnis." Die Haftdrohung ist der Höhepunkt der Attacken von ihm und seiner Regierung auf die Pressefreiheit. Zuletzt hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Restriktionen gegen Korrespondenten im Pentagon verhängt, die von einem Gericht als unzulässig verurteilt wurden.
Wie gelingt ein guter Austausch zwischen jungen Medienschaffenden und Politikerinnen und Politikern? Welche Themen treiben die jüngste deutsche Abgeordnete im Europäischen Parlament an – und wie kann zeitgemäße Europaberichterstattung aussehen? In der nächsten Ausgabe von "60 Minuten Zukunft: Der Stammtisch für junge Journalist:innen" des DJV lädt der Fachausschuss Zukunft zum offenen Gespräch mit der Europa-Abgeordneten Sabrina Repp (SPD) ein. Termin: 16. April, 19.30 Uhr.
Noch bis 29. Mai sind Bewerbungen für den Tadeusz-Mazowiecki-Medienpreis möglich, den die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit ausschreibt. Die Auszeichnung wird für journalistische Publikationen verliehen, die sich mit den deutsch-polnischen Beziehungen befassen oder diese in wesentlicher Weise berücksichtigen. Eingereicht werden können journalistische Publikationen aus Deutschland und Polen, darunter Reportagen (einschließlich investigativer Formate), Interviews, Analysen, Publizistik sowie andere Formen journalistischer Non-Fiction. Vergeben werden ein Hauptpreis in Höhe von 10.000 Euro sowie bis zu vier Auszeichnungen à 2.000 Euro.
Nicht mehr lange ist es bis zur Visuals Conference, dem Branchentreff der Fotoprofis. In Hamburg trifft sich am 22./23. April die geballte Expertise der Fotoszene für Gespräche, Vorträge und Bildausstellungen. DJV-Mitglieder erhalten einen Rabatt von 25 Prozent, wenn sie sich mit einem speziellen Aktionscode anmelden. Der Code ist erhältlich beim DJV-Referat für Bildjournalismus unter hob@djv.de
Künstliche Intelligenz, aber auch politischer Druck macht dem Journalismus in Europa zu schaffen. In Podgorica (Montenegro) trafen sich jetzt rund 50 journalistisch Berufstätige und gewerkschaftlich Aktive, um Lösungsstrategien zu diskutieren. Auch der DJV beteiligte sich an der Debatte. "Die Zeiten sind hart, aber wir müssen hoffnungsvoll bleiben", sagte EFJ-Generalsekretär Ricardo Gutiérrez.
Der DJV trauert um den Journalisten und KI-Experten Marcus Schwarze. Er ist überraschend im Alter von 56 Jahren gestorben. Schwarze hatte sich unter anderem aktiv am monatlichen KI-Stammtisch des DJV beteiligt.
Rik De Lisle, Radiomoderator bei Rias 2, 94,3 RS2, Radio Bob und dem Berliner Rundfunk, wo er noch bis Dezember moderiert hat, ist im Alter von 79 Jahren gestorben.
Gabriele Hooffacker, Journalistin und Medienwissenschaftlerin, wird am 1. Mai Leiterin des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung in Leipzig. Sie folgt auf Michael Haller.
Zitat der Woche
"Das Blatt wird zu einem Instrument, um den politischen Aufstieg der AfD publizistisch zu fördern und Verständnis für russische Politik zu wecken", ruft der ehemalige stellvertretende Chefredakteur der Berliner Zeitung Franz Sommerfeld dem Blatt nach.
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V.i.S.d.P.: Mika Beuster
Redaktion: Hendrik Zörner (verantw.)
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