Am heutigen 30. April streiken Journalistinnen und Journalisten bei WDR und NDR für angemessene Einkommenserhöhungen. Grund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen bei den beiden ARD-Anstalten. Die Geschäftsführungen bieten bei fast drei Jahren Laufzeit Tarifsteigerungen an, die deutlich unter der Inflationsrate liegen. Die DJV-Landesverbände NRW und Nord fordern jeweils sieben Prozent mehr bei 12 Monaten Laufzeit.
Der Irankrieg und die Landtagswahlen in zwei Bundesländern bescherten den Nachrichtenportalen im März einen zum Teil massiven Zuwachs an Nutzern. Tagesschau.de legte gegenüber dem Vormonat um 32,6 Prozent zu, Bild.de steigerte sich um 16,3 Prozent. Mit 183,5 Millionen Visits erreichte Bild.de den höchsten Monatswert seit Juli 2024. Der Südwestrundfunk, in dessen Sendegebiet die beiden Landtagswahlen stattfanden, legte um stattliche 46,1 Prozent zu. Beim ZDF schlug der März mit + 45,2 Prozent zu Buche.
Nach der Demonstration für die Deutsche Welle in Berlin vor einer Woche gingen am 28. April in Bonn rund 300 Beschäftigte des deutschen Auslandssenders auf die Straße. Grund sind erzwungene Einsparungen in Höhe von 21 Millionen Euro. Davon betroffen sind 160 Vollzeitstellen. Mit von der Partie bei der Bonner Demo war auch die Plastik des Karnevalskünstlers Jacques Tilly mit dem Slogan: "Deutsche Welle gekürzt - Autokraten jubeln".
Der DJV hat ABC-Moderator Jimmy Kimmel vor wütenden Angriffen von US-Präsident Donald Trump in Schutz genommen: "Die Satirefreiheit ist ein Grundrecht – auch in den USA", sagte DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Trump hatte einen Witz des bekannten Moderators als "verabscheuungswürdigen Aufruf zur Gewalt" gegeißelt und Kimmels Entlassung gefordert. Anschließend kündigte die US-Medienaufsicht FCC die Überprüfung der Sendelizenz von ABC an, wo Kimmels Show ausgestrahlt wird. Beuster wies darauf hin, dass die Satirefreiheit auch in Deutschland unter Druck steht. Beispiele dafür seien etwa die häufigen juristischen Auseinandersetzungen, mit denen das ZDF Magazin Royale konfrontiert sei, und der Rechtsstreit um Äußerungen des Satirikers El Hotzo.
Angeblich habe es in der Dortmunder Agentur für Arbeit eine Sause auf Steuerzahlerkosten gegeben, behauptete das Rechtsaußen-Portal Nius. Bürgergeldempfänger seien zum Fastenbrechen eingeladen worden. Das Landgericht Köln urteilte jetzt, dass die Aussagen des Berichts "sämtlich unwahr" seien (Az. 14 O 100/26). Stattdessen hatte die neue Kantinenbetreiberin auf eigene Kosten ihren Einstand gegeben. Nicht für Bürgergeldempfänger, sondern für Behördenmitarbeiter.
Jonathan Janoschka, Journalist beim Saarländischen Rundfunk und Beisitzer im DJV-Bundesvorstand, ist jetzt Vorsitzender des Saarländischen Journalisten-Verbands (SJV). Er folgt auf Florian Mayer, der nicht mehr kandidierte.
Marina Friedt, freie Journalistin aus Hamburg, ging erneut als Erste Vorsitzende des DJV Nord aus den Vorstandswahlen am 28. April hervor. Zweiter Vorsitzender wurde Andreas Olbertz. Schatzmeisterin ist Esther Geißlinger.
Michael Zumpe, Redakteur der Ostsee-Zeitung, wurde vom Landesverbandstag des DJV Mecklenburg-Vorpommern erneut zum Vorsitzenden gewählt.
Melanie Lidsba wird zusätzlich zu ihrer Führungsaufgabe bei NJOY ab August Programmchefin von NDR2. Sie folgt auf Torsten Engel.
Katharina von Tschurtschenthaler, Redakteurin beim NDR, wird am 1. Januar 2027 Studioleiterin der ARD in Tokio. Sie löst Ulrich Mendgen ab.
Christoph Kober, Redakteur beim RBB, wird Korrespondent im ARD-Studio Peking. Er folgt auf Benjamin Eyssel.
Deborah Landshut, zuletzt Vizechefin bei Cosmopolitan, wird Chefredakteurin von Business Punk. Sie folgt auf Oliver Stock, der als Autor dabei bleibt.
Roland Mitterbauer, stellvertretender Chefredakteur und Digitalchef der Augsburger Allgemeinen, wechselt als Vize-Chefredakteur zur Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten. Er folgt auf Lars Barnstorf.
Sven Afhüppe, zuletzt Kommunikationschef der Bank N26 und früher Chefredakteur des Handelsblatts, wird Senior Editor für Stern und Capital bei RTL.
Deniz Yücel, Korrespondent der Welt, verlässt das Blatt nach elf Jahren.
Zitat der Woche
"Man muss hier also von Desinformation sprechen", kommentierte Klägeranwältin Sophie Hartmann die "Nius"-Berichterstattung über die angebliche Sause zum Fastenbrechen.
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