Der DJV hat die Bundespolitik aufgefordert, die Journalistinnen und Journalisten bei der Ausübung ihres Berufs zu unterstützen und so die Bedeutung der Medien als vierter Gewalt zu stärken. Als wenig hilfreich bezeichnete DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster Äußerungen von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) in der ARD-Sendung "Maischberger" vom 19. Mai. Klöckner hatte Journalisten und Medien Mitverantwortung für die Zunahme der AfD vorgeworfen. Skandalisierung gehe vor der Analyse von Hintergründen. Journalisten könnten "sich ja auch mal schöne Beispiele" heraussuchen.
Der Reporter der Deutschen Welle Alican Uludağ wurde am 21. Mai im Prozess gegen ihn auf freien Fuß gesetzt. Zuvor hatte der DJV Uludağs Freilassung gefordert. Vor einem Gericht in Ankara warfen die Ankläger dem DW-Journalisten Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und die Herabwürdigung der Türkei in wiederholten Fällen vor. Die Vorwürfe beziehen sich auf einen X-Post, den Uludağ vor anderthalb Jahren gemacht hat. Darin kritisierte er Maßnahmen der türkischen Regierung, die zur Freilassung möglicher IS-Terroristen führten. Der Prozess gegen ihn wird im September fortgesetzt.
Der DJV hat vor einer Erleichterung der Scheinselbstständigkeit im Medienbereich durch die Regierungskoalition gewarnt. Anlass sind die laufenden Koalitionsgespräche über mögliche Reformen der Sozialversicherung. Das sogenannte Statusfeststellungsverfahren, das regelt, ob eine freiberufliche oder sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt wird, darf aus Sicht des DJV nicht aufgeweicht werden. Vor allem Berufseinsteiger in den Journalismus bekommen nur freie Verträge, obwohl sie einen Arbeitsvertrag verdient hätten. Damit können sie jederzeit grundlos vor die Tür gesetzt werden. "Mit den Rentenansprüchen sieht es dann auch mau aus", kritisiert DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Diese sozialpolitische Fehlentwicklung dürfe die Regierungskoalition nicht noch befördern.
Wie stärken wir unsere digitale Souveränität gegenüber Big Tech, um unabhängiger zu arbeiten? Wie bringen wir Journalistinnen, Journalisten und Medienhäuser in erfolgreiche Kooperationen? Und wie können wir die wachsende Sehnsucht nach analogen Begegnungen und menschlichen Marken erfüllen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der diesjährigen DJV-Tagung Besser Online am 5. September in Bremen. Ab sofort sind Early-Birds-Tickets erhältlich.
Sieben Prozent mehr Gehalt und Honorar - so lautet die Forderung des Bayerischen Journalisten-Verbands in den Tarifverhandlungen mit dem Bayerischen Rundfunk. Weil es am Verhandlungstisch nicht mehr weiterging, rief der BJV die Beschäftigten des Senders für den 20. Mai zum Warnstreik auf - mit Folgen für das Programm. Mehrere Wellen übernahmen das Programm von Bayern 1, wo allerdings am Mittag auch nichts mehr lief. Ob die Geschäftsführung jetzt einlenkt, wird sich heute in der nächsten Tarifrunde zeigen.
Medienpreis für bessere Beziehungen ausgeschrieben
Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit hat den Tadeusz-Mazowiecki-Medienpreis ausgeschrieben. Der Preis wird ab 2026 für eine journalistische Publikation verliehen, die sich mit den deutsch-polnischen Beziehungen befasst oder diese in wesentlicher Weise berücksichtigt. Zum Wettbewerb können journalistische Publikationen aus Deutschland und Polen eingereicht werden, insbesondere Reportagen, Interviews, Analysen und Hintergrundberichte, Publizistik sowie andere Formen journalistisch geprägter Non-Fiction aus dem Jahr 2025. Einsendeschluss ist am 29. Mai. Der Wettbewerb ist mit einem Hauptpreis in Höhe von 10.000 Euro sowie bis zu vier Auszeichnungen à 2.000 Euro dotiert.
Andreas Kock, Politikreporter bei RTL und N-TV, ist jetzt Kommunikationschef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion. Martin Heinemann, Pressesprecher des Bundesnachrichtendientes, stieg zum Kommunikationsdirektor des BND auf.
Thilo Jahn, als Journalist für Deutschlandfunk Nova, One und den WDR tätig, wird zweiter Moderator des ARD-Kulturmagazins "titel, thesen, temperamente" neben Siham El-Maimouni.
Zitat der Woche
"Wenn sich jemand außerhalb des demokratischen Systems sieht, dann sind wir Systemmedien - wir sind Medien des demokratischen Systems", stellte ARD-Vorsitzender Florian Hager klar.
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