Geht es nach dem Bundeskabinett, dürfen künftig das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei und das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik im Fall von digitalen Angriffen zurückschlagen. Über diese sogenannten Hackbacks müssen die Betroffenen nicht vorab informiert werden. Den enstprechenden Gesetzentwurf zur Cybersicherheit hat das Kabinett am 27. Mai verabschiedet. Der DJV sieht das Risiko, dass bei einem Hackback auch von der Pressefreiheit geschütztes Recherchematerial von staatlichen Behörden eingesehen werden kann. Deshalb müssen die Folgen eines Hackbacks für die Pressefreiheit besonders berücksichtigt werden.
Mit Drohnen und Raketen beschoss Kreml-Diktator Wladimir Putin in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai die ukrainische Hauptstadt. Getroffen und dabei verwüstet wurde auch das ARD-Studio Kyjiw. Schäden gab es am Büro der Deutschen Welle. DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster verurteilte das Bombardement als "Angriff auf die Rundfunkfreiheit und die kritische und unabhängige Berichterstattung von Journalistinnen und Journalisten für die ARD über den brutalen Krieg" und erklärte Studioleiter Vassili Golod die Solidarität des DJV: "Es ist ein Riesenglück in dem Kriegsunglück, dass von dem ARD-Team niemand zu Schaden kam."
Die Rechtsaußen-Plattform Nius von Ex-Bild-Chefredakteur Julian Reichelt regt mit Werbung in den Berliner U-Bahnen auf. "Morgens um 6 schon wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird", laut einer der Werbeslogans, mit dem Nius offenbar gegen zurückgehende Klickzahlen ankämpfen will. Innerhalb weniger Tage kamen bereits 100.000 Unterschriften in einer Online-Petition gegen die Werbekampagne zusammen. Reichelt droht unterdessen damit, die U-Bahn-Werbung sei erst der Anfang.
Dem Suchmaschinenbetreiber Google und seiner Konzernmutter Alphabet droht womöglich ein Bußgeld im hohen dreistelligen Millionenbereich, meldete das Handelsblatt unter Berufung auf die EU-Kommission. Grund sei die Bevorzugung eigener Dienste in der Google-Suche. Damit verstoße Google gegen den Digital Markets Act der EU. Das Bußgeld soll vor der Sommerpause verkündet werden, hieß es.
Falschinformationen, Verschwörungstheorien und vermeintliche Fakten fand das NDR-Verifikations-Team bei einem Test der Enzyklopädie Grokipedia. Nicht nachvollziehbar ist, woher die Informationen stammen, die in den Grokipedia-Beiträgen verwendet werden. Grokipedia wird von Künstlicher Intelligenz erstellt und von Elon Musks Chatbot Grok überprüft. Als vertrauenswürdige und ernst zu nehmende Quelle für Journalistinnen und Journalisten kommt Grokipedia eher nicht infrage.
Wie und wann arbeitet man undercover? Was sind die ethischen und rechtlichen Voraussetzungen? Was sind die technischen und psychologischen Mittel? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Workshops "Undercover-Journalismus", zu dem Correctiv vom 26. bis 28. Juni in Berlin einlädt. Mit dabei sind Julian Hessenthaler, der die Honigfalle des Ibiza-Skandals aufbaute, die nach Veröffentlichung zum Sturz der österreichischen Regierung führte, und Jean Peters, der die Recherche "Geheimplan gegen Deutschland" bei Correctiv leitete. Der Experte für humanitäre Einsätze und Journalist Ruben Neugebauer organisiert den Workshop gemeinsam mit Jean Peters. Der Anmeldeschluss ist am 1. Juni um 18 Uhr.
Nicholas Potter, Redakteur bei der taz, steigt am 1. Juli als Chefreporter bei Axel Springer ein. Dort arbeitet er künftig für die Welt, Politico Deutschland und Business Insider Deutschland.
Zitat der Woche
Die nächste Medienschelte: "Die profitieren davon, dass die Medien unsere Regierung so schlecht machen, wie es völlig unverdient ist", meint Fußball-Funktionär Uli Hoeneß zum Aufstieg der AfD.
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