116 Organisationen trommeln für Informationsfreiheit
Foto: Shutterstock
Ein breites Bündnis aus 116 Organisationen und Verbänden aus Zivilgesellschaft und Medien, darunter der DJV, hat in einem Offenen Brief den Erhalt des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) gefordert. Anlass ist der Beschluss des Koalitionsausschusses, nach dem künftig nur noch IFG-Anträge mit einem nachgewiesenen "berechtigten Interesse" zugelassen und zivilgesellschaftliche Organisationen, Redaktionen sowie Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft ausgeschlossen werden sollen. "Sollten die geplanten Anpassungen von Ihnen umgesetzt werden, so wäre das nicht nur das Aus für einen Großteil der IFG-Anträge, sondern auch ein fataler Einschnitt in die Pressefreiheit in Deutschland", heißt es in dem Brief wörtlich.
Foto: picture alliance / epd-bild | Hans Scherhaufer
Zusammen mit mehreren anderen Organisationen aus Zivilgesellschaft, Journalismus, Wissenschaft, Verbraucher-, Klima- und Umweltschutz fordert der DJV Änderungen an der geplanten Programmreform beim Deutschlandfunk. In einem Offenen Brief an DLF-Intendant Stefan Raue und Programmdirektorin Jona Teichmann äußern die Verbände ihre Sorge, "dass Themenvielfalt, Fachlichkeit und publizistische Tiefe an Raum verlieren". Es bestehe die Gefahr, "dass für die vertiefte journalistische Einordnung künftig weniger Raum bleibt und komplexe Zusammenhänge hinter der tagesaktuellen Berichterstattung zurücktreten" und "dass etablierte Fachkompetenz und redaktionelle Kontinuität an Bedeutung verlieren und dadurch die Qualität der Berichterstattung leidet". Der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe einen besonderen Auftrag: "Er soll nicht nur Reichweite erzeugen, sondern Orientierung geben, unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven und Zielkonflikte sichtbar machen und den demokratischen Diskurs stärken."
Am 4. Juli wurden mehrere Journalisten des rechten Portals Apollo News bei tätlichen Angriffen von Demonstranten in Erfurt verletzt. Einem der Journalisten soll gegen den Kopf getreten worden sein. Der DJV hat die Übergriffe verurteilt und Aufklärung über die Vorfälle gefordert.
Der DJV trauert um seinen ehemaligen Bundesvorsitzenden Hermann Meyn, der im Alter von 91 Jahren in Bonn gestorben ist. Meyn war von 1989 bis 1999 Bundesvorsitzender des DJV. In seine Amtszeit fiel nach der deutschen Einheit die Integration der Journalistinnen und Journalisten der ehemaligen DDR und die Gründung der fünf ostdeutschen DJV-Landesverbände. Als Journalist arbeitete er beim RIAS Berlin, beim Südwestfunk und in der Politikredaktion des Spiegel, bevor er von 1972 bis 1979 verantwortlicher Redakteur des journalist war. Er war Autor des Standardwerks "Die Massenmedien in der Bundesrepublik Deutschland", das ab 1968 in regelmäßiger aktualisierter Neuauflage erschien. Dem DJV, dessen Ehrenmitglied er war, gehörte Meyn seit 1961 an.
Zum zweiten Mal in Folge war der DJV mit einem eigenen Pride-Truck an der CSD-Demonstration in Köln am 5. Juli beteiligt. Nach Angaben des Veranstalters kamen rund 1,5 Millionen Menschen zum größten Christopher Street Day Deutschlands und setzten gemeinsam ein starkes Zeichen für Vielfalt, Menschenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der DJV-Truck durch prominente Unterstützung aus Film und Fernsehen. Mit dabei waren die Schauspielerinnen Mariele Millowitsch und Renan Demirkan sowie Schauspieler Walter Sittler. Die Landesvorsitzende des DJV NRW Andrea Hansen betonte, dass demokratische Rechte von Minderheiten, Pressefreiheit, Inklusion und Chancengleichheit zunehmend unter Druck stünden. "Die Pride-Parade ist der richtige Ort, um sich laut, sichtbar und gemeinsam mit vielen anderen gegen gesellschaftlichen Rückschritt und für Menschenwürde zu stellen. Und obendrein macht das Demonstrieren dort Spaß."
Geht es nach der Bundesregierung, gilt ab 2027 für alle Selbstständigen die Rentenversicherungspflicht. Das betrifft auch diejenigen freien Journalisten, die bisher nicht der Künstlersozialversicherung angehören. Wie sie damit umgehen können, schildert die neue Ausgabe des DJV-Freien-Infos.
Der öffentlich-rechtliche Sender M1 in Ungarn hat am 7. Juli um 16 Uhr sein Programm unterbrochen und eine Texttafel eingeblendet, auf der er sich für die Lügen während der Orban-Ära entschuldigte: "Die öffentlich-rechtlichen Medien sollten nicht lügen. Wir entschuldigen uns dafür, dass wir das so viele Jahre lang getan haben! Die öffentlich-rechtlichen Medien befinden sich im Wandel, um in Zukunft unabhängig und glaubwürdig zu sein." Anstelle von Nachrichten wird seitdem Musik übertragen. Auch im Hörfunk wurden alle Wortbeiträge und Nachrichten eingestellt. Wie es mit dem Sender weitergeht, ist offen.
Die tägliche Arbeit mit Nachrichten ist Grundbestandteil des Journalistenberufs. Aktuelle Studien zeigen, dass vor allem negative Nachrichteninhalte das psychische Wohlergehen von Menschen beeinflussen können, sie immer häufiger erschöpfen und überfordern. Wie sich die ständige Auseinandersetzung mit (negativen) Nachrichteninhalten auf Journalisten auswirkt und welche anderen Faktoren dabei einen Einfluss haben können, ist Gegenstand einer Untersuchung der Hochschule Magdeburg-Stendal. Medienschaffende sind eingeladen, sich an der Online-Befragung zu beteiligen. Die Befragung dauert etwa sechs Minuten. Die erhobenen Daten sind vollständig anonym und werden ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet.
Nikolas Golsch, Moderator bei Radio Bremen und der ARD-Infonacht, ist jetzt Landeskorrespondent des Deutschlandradios in Bremen. Er löst Dietrich Mohaupt ab, der in den Ruhestand gegangen ist. Julia Grimm, bislang Moderatorin und Reporterin bei Phoenix, ist neue Studioleiterin des WDR in Bonn.
Anne Willmes, Moderatorin des WDR-Fernsehens, wurde Studioleiterin des WDR in Siegen.
Vincent Bruckmann-Levinson, bei der taz bereits als CvD im Einsatz, wird am 1. September Redakteur für besondere Aufgaben und Kurator des taz lab. Er folgt auf Jan Feddersen, der in den Ruhestand wechselt.
Armin Himmelrath, Ressortleiter Bildung und Karriere bei Spiegel Online, wechselt am 1. September als Redakteur zu Table Briefings.
Jost Wenzel, zuletzt als Berater tätig, ist neuer Programmchef von Radio Regenbogen. Er löst Daniel Stupp ab, der den Sender verlassen hat.
Zitat der Woche
"Ein Interview gehört zu den wenigen Formaten, in denen Politiker sich auch den Themen stellen müssen, über die sie lieber nicht reden würden", begründet Markus Preiß, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, die Sommerinterviews der ARD.
Warum erhalten Sie eigentlich diesen Newsletter und welche Regelungen gelten dafür? Alle Infos darüber finden Sie hier. Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, können Sie sich hier abmelden. Wenn Sie diesen Newsletter gar nicht direkt von uns erhalten, sondern durch Weiterleitung von anderen bekommen, z.B. von Ihrem DJV-Landesverband, beachten Sie bitte den Hinweis: Sie können die DJV-news auch direkt von uns erhalten, melden Sie sich bitte hier an.
Die Redaktion der DJV-news erreichen Sie unter news@djv.de.
Deutscher Journalisten-Verband (DJV) Timo Conraths (Hauptgeschäftsführer) Torstr. 49 10119 Berlin Deutschland
+49 30 72 62 79 20 djv@djv.de https://www.djv.de
Geschäftsführer: Timo Conraths Herausgeber: DJV-Bundesvorstand
V.i.S.d.P.: Mika Beuster
Redaktion: Hendrik Zörner (verantw.)
Wenn Sie diese E-Mail (an: a.heucher@volksfreund.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.