In einem Vermerk fordert das von Alexander Dobrindt (CSU) geführte Bundesinnenministerium tiefgreifende Einschnitte in das Informationsfreiheitsgesetz. So soll der Bundesbeauftragte für die Informationsfreiheit abgeschafft werden. Ferner ist vorgesehen, dass Journalistinnen und Journalisten keine IFG-Anfragen mehr stellen können, wenn sie parallel die Pressegesetze der Länder in Anspruch nehmen können. Das hätte zur Folge, dass keine amtlichen Dokumente mehr herausgegeben werden müssten. Nach den Vorstellungen des BMI sollen Forschung und Lehre sowie Gesetzgebungsverfahren komplett von der Informationsfreiheit ausgenommen werden. Der DJV fordert den Koalitionspartner SPD auf, den IFG-Änderungen die Zustimmung zu verweigern. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Sebastian Fiedler erklärte in einer Webkonferenz des DJV, dass seine Fraktion geschlossen eine Änderung des IFG ablehnt. Der Beschluss des Koalitionsausschusses könnte keine Wirksamkeit haben, da er gegen den Koalitionsvertrag verstoße, der einen bürgerfreundlichen Ausbau des IFG vorsehe.
Das Portal Fragdenstaat.de hat eine Petition an die SPD-Bundestagsfraktion gestartet. Das Motto lautet: Stoppt die Pläne zur Abschaffung des IFG! Der DJV ruft dazu auf, sich an der Petition zu beteiligen. Bereits jetzt liegen mehr als 600.000 Unterschriften vor.
Nach der vom DJV kritisierten Entscheidung von ZDF-Intendant Norbert Himmler, das Lied "Keine Angst" des Musikers Danger Dan nicht in der Sendung "Die Anstalt" zu übertragen, geht der Wirbel um den Vorgang weiter. Das Moderatorenteam der Anstalt kritisierte die Entscheidung als mutlos und las den Liedtext in der Sendung vor. Das ZDF widmete dem Thema zudem am Abend des 18. Juli eine Sondersendung von "Aspekte".
Der Rücktritt des CDU-Politikers Jens Spahn vom Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag fand riesiges Medieninteresse bei den Fernsehzuschauern. Die ARD-Tagesschau kam am 18. Juli um 20 Uhr auf 4,27 Millionen Zuschauer. Das entspricht einer Quote von 26,7 Prozent. Den anschließenden "ARD-Brennpunkt" guckten 3,91 Millionen Menschen. Auch die Nachrichtensendungen anderer Fernsehsender verzeichneten Zuwächse.
Der Gerichtsreporter der Deutschen Welle in der Türkei Alican Uludağ sitzt erneut in Untersuchungshaft. Am 21. Juli wurde er festgenommen und zur Staatsanwaltschaft in Ankara gebracht. Die Ankläger werfen ihm "Aufstachelung des Volkes zu Feindseligkeit oder Erniedrigung" sowie "Verbreitung irreführender Informationen" vor. Uludağ saß bereits von Februar bis Mai wegen des haltlosen Vorwurfs der Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und Herabwürdigung der Türkei in wiederholten Fällen in Haft. Der DJV forderte seine sofortige Freilassung. Am nächsten Tag kam Uludağ unter Auflagen wieder auf freien Fuß.
Der DJV hat die Vereinten Nationen zur Aufnahme des Journalismus in den Katalog der Nachhaltigkeitsziele aufgefordert. Der DJV unterstützt damit die Initiative 18, einen Zusammenschluss von Medienschaffenden, die sich dafür stark machen, dass freie und unabhängige Medien als 18. Nachhaltigkeitsziel festgeschrieben werden. Die bislang 17 Sustainable Development Goals bilden den internationalen Rahmen für nachhaltige Entwicklung. Pressefreiheit, Medienvielfalt und verlässliche journalistische Informationen sind darin jedoch nicht als eigenständiges Ziel benannt. Die Initiative 18 will genau diese Lücke schließen. Das vorgeschlagene SDG 18 "Free, Safe & Sustainable Media" soll deutlich machen, dass unabhängige Medien eine unverzichtbare Grundlage für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit sind.
Warnstreiks und fünf intensive Verhandlungsrunden waren erfolgreich: Beim Bayerischen Rundfunk konnte ein Tarifabschluss erzielt werden. Danach steigen die Tarifgehälter der Festangestellten zum 1. Februar rückwirkend um 1,23 Prozent, zum 1. April 2027 um weitere 2,5 Prozent und zum 1. April 2028 um bis zu 2,0 Prozent. Die Erhöhung im Jahr 2028 ist in Höhe von maximal 1,0 Prozent an eine tarifliche Regelung zum Personaltransfer sowie an eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags geknüpft. Werden beide Voraussetzungen erfüllt, ergibt sich über die Laufzeit eine Gehaltssteigerung von insgesamt 5,86 Prozent. Die Honorare der Freien werden um die gleichen Sätze angehoben.
Kein anderes Medium als Springers BILD wurde im ersten Halbjahr 2026 so häufig in anderen Medien zitiert: genau 700 mal. Das geht aus dem aktuellen Zitate-Ranking von Media Tenor hervor. Auf dem zweiten Platz landete der Spiegel mit 579 Nennungen, gefolgt von der New York Times (521). Die Folgeplätze belegen Handelsblatt (366) und Wall Street Journal (333).
Wie Freie sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) zurechtfinden, legen jetzt neue Daten offen. Eine Untersuchung europäischer Gewerkschaftsverbände, darunter die Europäische Journalisten-Föderation, stellte jetzt eine Studie zum Thema vor, die kostenlos herunterladen werden kann.
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209 Verletzungen der Pressefreiheit innerhalb eines Jahres. 359 betroffene Medienschaffende und Medienunternehmen. Mindestens 38 Übergriffe auf Journalisten durch Sicherheitskräfte. Daneben zahlreiche Slapp-Klagen, die darauf abzielen, Medien mit einer Flut juristischer Angriffe mundtot zu machen. Das ist die Bilanz der Pressefreiheit in Serbien, die der aktuelle Bericht der Initiative Media Freedom Rapid Response (MFRR) zieht. Der DJV hat deshalb die EU aufgefordert, angemessen auf die zunehmende Verfolgung kritischer Journalistinnen und Journalisten in Serbien zu reagieren.
In den USA gelten neue Visa-Regeln für Journalisten. Sie dürfen jetzt nur noch maximal 240 Tage in dem Land bleiben, können aber noch während ihres US-Aufenthalts eine Verlängerung beantragen. Bisher sind Journalisten-Visa an die Beschäftigungsdauer beim gleichen Arbeitgeber gekoppelt.
Mit über 3.000 Demonstrierenden setzte die queere Community in Trier unter dem Motto "HUMAN – united in pride" ein starkes Zeichen für die Freiheit, die Menschenrechte, die Gleichberechtigung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt aller Bürgerinnen und Bürger. Unter den 23 angemeldeten Gruppen war erstmals am 18. Juli der DJV-Bezirksverband Trier mit einer eigenen Gruppe vertreten. Dessen langjährige Vorsitzende Sabine Krösser: "Die Anzahl der Angriffe explodiert. Gegen die Presse, die einfach nur ihren Job macht. Gegen queere Menschen, die einfach nur respektiert werden wollen, wie sie sind. Schicksalsgenossen verbünden sich." Der DJV-Bezirksverband zeige deshalb "gemeinsam mit der Community Flagge für Pressefreiheit, Diversity und Demokratie". Der DJV ist in diesem Jahr gleich bei sieben Christopher-Street-Paraden im Bundesgebiet dabei.
Ein buntes Sonneberg! Unter diesem Motto zogen am 19. Juli viele engagierte Menschen und Organisationen, darunter der DJV, bei der CSD-Parade durch die thüringische Stadt. Mit dabei waren unter anderem Mika Beuster und Anne Webert vom DJV-Bundesvorstand. Gemeinsam setzten sie ein Zeichen für Vielfalt und Solidarität.
Michael Bröcker, Chefredakteur von Table Media, wechselt in gleicher Funktion zu Politico Deutschland. Bei der Premium-Gruppe von Springer wird er darüber hinaus neuer Politikchef. Vorgänger Gordon Repinski wird bei Springer International Political Anchor. Annett Meiritz, USA-Korrespondentin beim Handelsblatt, wird stellvertretende Chefredakteurin von Politico Deutschland.
Karsten Frerichs, Chefredakteur des Evangelischen Pressedienstes, verlässt epd nach 18 Jahren und wird Medienredakteur von FAZ.net.
Zitat der Woche
"Wir hätten es als öffentlich-rechtliche Pflicht angesehen, das Lied zu präsentieren und danach zu diskutieren", sagte das Team der Sendung "Die Anstalt".
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