Der DJV hat sich gegen eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze ausgesprochen, wie sie nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day von einigen Unionspolitikern gefordert wird. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag Alexander Throm forderte gegenüber dem Tagesspiegel die Verabschiedung aller Sicherheitsgesetze, die sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren befinden, direkt nach der Sommerpause. Aus Sicht des DJV besteht die Gefahr, dass Quellenschutz und Redaktionsgeheimnis eingeschränkt werden. Das gilt etwa für die diskutierte Speicherung von IP-Adressen, zu der die Internet-Anbieter für die Dauer von drei Monaten verpflichtet werden sollen. "Statt Freiheiten und Rechte von Medienschaffenden zu beschneiden, sollten die Sicherheitsbehörden die bestehenden Gesetze konsequent anwenden, vorliegende Informationen über potenzielle Straftäter ernst nehmen und besser miteinander kooperieren", rät DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster.
Am Tag nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Day in Berlin zeigte sich der DJV entsetzt über die Tat. "Es ist ein widerlicher und feiger Anschlag auf den Christopher Street Day gewesen, der wie kein anderes Event für Frieden und Liebe steht", sagte DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Unter den Verletzten waren keine Journalisten des DJV Berlin, der an dem CSD teilnahm. Die Landesverbände und der Fachausschuss Chancengleichheit und Diversity des DJV engagieren sich an zahlreichen CSD-Paraden in ganz Deutschland, so auch in Berlin.
Journalistinnen und Journalisten des DJV Baden-Württemberg waren in diesem Jahr wieder aktiv beim Christopher Street Day in der Landeshauptstadt, um für Vielfalt in den Medien einzustehen. Die Demo für Akzeptanz und gleiche Rechte queerer Menschen am 26. Juli war kämpferisch, die Stimmung war fröhlich und ausgelassen - bis die Nachricht aus Berlin kam. Die Trauer und das Mitgefühl gelten den betroffenen Menschen und ihrem Umfeld. Jetzt erst recht gilt es, sich für die Sichtbarkeit von Menschen unterschiedlicher Geschlechter und Orientierungen in den Medien einzusetzen.
Am 1. August steht Hamburg ganz im Zeichen des Christopher Street Day unter dem Motto "Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!". Der DJV Nord ist mit etwa 20 Kolleginnen und Kollegen vertreten und wird gemeinsam mit der queeren Community für Vielfalt und Solidarität auf die Straße gehen. Mit dabei sind unter anderem die Vorsitzende des DJV Nord Marina Friedt, der Vorsitzende des DJV-Fachausschusses Chancengleichheit und Diversity Christian Schäfer-Koch und die ehemalige WDR-Studioleiterin Georgine Kellermann.
Medienunternehmen sollten ganz oder teilweise mit Künstlicher Intelligenz generierte Inhalte konsequent kennzeichnen. Dazu hat der DJV aufgerufen. Anlass sind die am 2. August in Kraft tretenden Kennzeichnungspflichten der KI-Verordnung der EU. Sie reichen für den Medienbereich nicht aus, weil sie durch eine Ausnahme leicht umgangen werden können. "Ob und in welchem Umfang Künstliche Intelligenz bei der Erstellung eines Inhalts genutzt wird, muss offengelegt werden", fordert DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. "Nur so behält der Journalismus seine Glaubwürdigkeit."
Nach sieben Verhandlungsrunden und mehreren Warnstreiks konnte am 29. Juli ein Tarifabschluss mit dem WDR vereinbart werden. Die Tarifeinigung beinhaltet eine Steigerung der Gehälter von Festangestellten, Azubis und den Beschäftigten in den Orchestern in drei Stufen um insgesamt bis zu 5,73 Prozent: Rückwirkend zum 1. Februar gibt es 1,23 Prozent mehr Geld, zum 1. Februar 2027 steigen die Gehälter um weitere zwei Prozent und zum 1. Februar 2028 gibt es bis zu 2,5 Prozent mehr. Die Honorare der Freien steigen in gleichem Umfang. Zudem gibt es eine Einmalzahlung für arbeitnehmerähnliche Freie von 600 Euro.
Als "absolute Tragödie" hat der DJV NRW die am 28. Juli angekündigte Schließung des Druckzentrums Hagen bezeichnet. Rund 70 Mitarbeiter von Funke und ca. 150 Beschäftigte von externen Dienstleistern sollen ihre Arbeit verlieren. Es sei nun die Pflicht des Arbeitgebers, einen fairen Sozialplan auszuhandeln und den Beschäftigten des Druckzentrums in Hagen-Bathey Zukunftsaussichten aufzuzeigen, so der DJV NRW. Die Funke Mediengruppe stellt die für Mitte 2027 angepeilte Schließung als weiteren Schritt ihrer "digitalen Wachstumsstrategie" dar, die notwendig sei, weil Menschen Medien immer stärker digital und nicht als gedrucktes Produkt konsumierten. Die Funke-Zeitungen WAZ, NRZ und WP sowie die Wochenblätter sollen künftig in Düsseldorf und Münster bei Fremdfirmen gedruckt werden. Möglicherweise übernehme auch das Druckzentrum Niedersachsen in Braunschweig einen Teil des Hagener Druckvolumens, hieß es.
Die Organisation Netzwerk Recherche schreibt das Fellowship Lokale Recherche aus. Es richtet sich an alle freien und festangestellten Lokaljournalisten, die sich in Recherche und Investigation weiterbilden und ein eigenes aufwendiges Rechercheprojekt umsetzen möchten. Dazu gibt es Mentoring und Vernetzung. Das Fellowship kann je nach Rechercheaufwand zwischen zwei und sechs Monate dauern, die Fellows erhalten eine monatliche Lebenshaltungskostenpauschale von 3.500 Euro und können ggf. auch Reise- und Recherchekosten über das Fellowship abrechnen. Die Ausschreibung läuft noch bis zum 16. September.
Andrea Metzler, Pressesprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark und viele Jahre aktiv im DJV-Fachausschuss Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ist im Alter von 64 Jahren gestorben.
Günter Bannas, ehemaliger Leiter der FAZ-Parlamentsredaktion, ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Sebastian Späth, seit Jahresanfang Chefredakteur des Luxusmagazins Robb Report, verlässt das Blatt zum 31. August.
Volker Looman, renommierter Finanzanalytiker, ist jetzt als Kolumnist für Tagesspiegel und Handelsblatt tätig.
Constantin Schreiber, seit September 2025 Global Reporter bei Springer, verlässt den Konzern wieder.
Jan Scharpenberg rückt beim Portal Finanztip zum Leiter des Hauptstadtbüros auf.
Zitat der Woche
"In den letzten Jahren hat sich ein Zynismus unter Medienschaffenden breitgemacht: 'Hier ändert sich doch sowieso nichts mehr!'", klagt Ex-G+J-Chefin Julia Jäkel.
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