Bei der Desinformationskampagne "Matrjoschka" wird auch mit gefälschten Seiten deutscher Medien gearbeitet. Vor der Bundespressekonferenz erklärten Sprecher der Bundesregierung, die Verbreitung von Informationen, auch von falschen, sei nicht verboten. Der DJV wirft der Bundesregierung Untätigkeit vor und fordert auf, Druck auf die Social Media-Anbieter auszuüben. Gefälschte Zeitungsseiten kratzen nicht nur das Image der betroffenen Medien an, sondern fallen letztlich auf die Journalistinnen und Journalisten zurück.
In der politisch aufgeheizten Debatte vor den drei Landtagswahlen im Osten hat der DJV darauf hingewiesen, dass die Bestimmungen des Pressekodex auch für Leserbriefe gelten. Dort heißt es: "Bei der Veröffentlichung von Leserbriefen sind die Publizistischen Grundsätze zu beachten." Und weiter: "Die publizistischen Grundsätze konkretisieren die Berufsethik der Presse. Sie umfasst die Pflicht, im Rahmen der Verfassung und der verfassungskonformen Gesetze das Ansehen der Presse zu wahren und für die Freiheit der Presse einzustehen. Wer sich zur Einhaltung des Pressekodex verpflichtet, trägt die presseethische Verantwortung für alle redaktionellen Beiträge, unabhängig von der Art und Weise der Erstellung." Ferner ist im Pressekodex geregelt, dass es kein Anrecht auf Veröffentlichung eines Leserbriefs gibt.
Die gemeinsame Verhandlungskommission von DJV und dju in ver.di hat sich mit The Associated Press Germany GmbH (AP) auf einen neuen Tarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure verständigt. Es ist der erste Abschluss mit AP nach der Retarifierung 2024. Die bereits erfolgten linearen Gehaltserhöhungen von jeweils zwei Prozent aus den Jahren 2025 und 2026 werden in die Tariftabellen übernommen. Zudem steigen die Tarifgehälter zum 1. März 2027 um weitere drei Prozent. Der Tarifvertrag läuft bis 29. Februar 2028.
BGH-Urteil stärkt Persönlichkeitsrechte von Kindern
Foto: picture alliance / dts-Agentur
Der Bundesgerichtshof verbietet identifizierende Berichterstattung über einen Promi-Sohn. BILD hatte 2019 über eine aus dem Ruder gelaufene Feier zum 16. Geburtstag des Sohnes eines bekannten Medienunternehmers berichtet und den vollständigen Namen des jungen Mannes genannt. Die Richter kamen zu der Überzeugung, dass eine private Feier zur geschützten Privatsphäre gehöre. Dass das Kind zum Zeitpunkt der Berichterstattung minderjährig war, berücksichtigte der BGH ebenfalls und betonte das Recht des Sohnes auf ungehinderte Entfaltung seiner Persönlichkeit sowie eine ungestörte, kindgemäße Entwicklung.
Der Frauenanteil in Führungspositionen deutscher Leitmedien ist 2026 erneut gesunken. Aktuell liegt der "Frauenmachtquotient" bei 37,3 Prozent – ein weiterer Rückgang um 0,2 Prozentpunkte gegenüber Januar 2026. Dies geht aus einer aktuellen Auswertung des Vereins ProQuote Medien hervor. Besonders betroffen sind die Süddeutsche Zeitung, die Zeit und die Welt, während die taz weiterhin den höchsten Frauenanteil in ihrer Führung aufweist. Bei der Welt liegt der Anteil von Frauen an den Spitzenpositionen sogar bei unter 15 Prozent.
Zur Durchsetzung der Tarifforderungen gegenüber dem NDR fanden in dieser Woche Warnstreiks an den Standorten in Hamburg und Schleswig-Holstein statt. Dazu aufgerufen hatte der DJV. Gestreikt wurde von Montag, 3.08., 0.00 Uhr bis Mittwoch, 5.08, 1.30 Uhr. Die Sendeausfälle durch die Warnstreiks zogen sich bis in die ARD-Tagesschau hinein. Die nächsten Verhandlungen sind für den 21.08. und 8.09. terminiert. Im Juni und Juli konnten bereits Tarifabschlüsse bei WDR, SWR, MDR und BR erzielt werden.
Uwe-Karsten Heye, erster Sprecher der rot-grünen Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder, starb im Alter von 85 Jahren. Er war für verschiedene Medien als Journalist tätig, u.a. bei der Mainzer Allgemeinen Zeitung, der amerikanischen Nachrichtenagentur UPI sowie in der Bonner Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Für das ZDF wirkte er als Redakteur und Autor der Sendung Kennzeichen D, bevor er als Regierungssprecher an die Seite des niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder wechselte. Nach dessen Wahl zum Bundeskanzler leitete Heye von 1998 bis 2002 als Sprecher der Bundesregierung das Bundespresseamt. Danach übernahm er die Leitung des Generalkonsulats New York. Von 2006 bis 2010 war er als Chefredakteur des Vorwärts tätig. Er ist Mitgründer des Vereins "Gesicht Zeigen!", der sich gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus einsetzt.
Max-Planck-Institut sucht "Journalist in Residence"
Das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht schreibt ein Journalist in Residence-Fellowship aus. Ziel ist es, Journalistinnen und Journalisten im Laufe des Jahres 2027 einen Gastaufenthalt von maximal drei Monaten am Institut zu ermöglichen. Zeitpunkt und Dauer werden individuell vereinbart. Für die Dauer des Aufenthalts ist ein Forschungs- und Recherchestipendium in Höhe von bis zu 3.500 Euro pro Monat vorgesehen. Medienschaffende mit Schwerpunkt Strafrecht, Öffentliche Sicherheit, Kriminologie/Psychologie sind eingeladen, sich zu bewerben. Die Frist endet am 20.09.2026.
Rekordbeteiligung in der Hansestadt: Genau eine Woche nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin zeigten 300.000 Teilnehmende des CSD in Hamburg Flagge in Sachen Vielfalt, Akzeptanz und Respekt. Mittendrin in der farbenfrohen Parade: eine Fußgruppe des DJV Nord. Passend zum Motto „Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!“ setzte der DJV Nord ein Zeichen für eine offene, demokratische und friedliche Gesellschaft.
Medienjournalist Christian Meier leitet künftig den Kommunikationsstab beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Wolfram Weimer. Meier folgt auf Hero Warrings.
Felix Petruschke, Redakteur bei der WirtschaftsWoche, verlässt das Blatt nach drei Jahren, um sich als Autor und Moderator selbstständig zu machen.
Ruben Giuliano wechselt zum 15. September zur NZZ Deutschland nach Berlin. Der Wirtschafts- und Politikjournalist kommt vom Focus Magazin.
Felicitas Kapteina starb im Alter von 102 Jahren. Sie war Mitgründerin der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung und prägte über Jahrzehnte den Lokaljournalismus in Essen.
Zitat der Woche
"Wir erreichen die Menschen in Sachsen-Anhalt kaum noch über die traditionelle Medienvielfalt. Viele schauen nur noch TikTok und rechte Online-Portale und lesen die Boulevard-Presse. Hier ist die AfD besonders stark vertreten", sagte Jan Riedel, Bildungsminister von Sachsen-Anhalt.
Warum erhalten Sie eigentlich diesen Newsletter und welche Regelungen gelten dafür? Alle Infos darüber finden Sie hier. Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, können Sie sich hier abmelden. Wenn Sie diesen Newsletter gar nicht direkt von uns erhalten, sondern durch Weiterleitung von anderen bekommen, z.B. von Ihrem DJV-Landesverband, beachten Sie bitte den Hinweis: Sie können die DJV-news auch direkt von uns erhalten, melden Sie sich bitte hier an.
Die Redaktion der DJV-news erreichen Sie unter news@djv.de.
Deutscher Journalisten-Verband (DJV) Timo Conraths (Hauptgeschäftsführer) Torstr. 49 10119 Berlin Deutschland
+49 30 72 62 79 20 djv@djv.de https://www.djv.de
Geschäftsführer: Timo Conraths Herausgeber: DJV-Bundesvorstand
V.i.S.d.P.: Mika Beuster
Redaktion: Hendrik Zörner (verantw.), Alexander Schaub
Wenn Sie diese E-Mail (an: schaub@djv.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.