Der DJV hat die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ermuntert, sich aktiv gegen die Rundfunkpläne der AfD einzusetzen. Auslöser ist die Stellungnahme des Initiativkreises öffentlich-rechtlicher Rundfunk (IÖR) vom Wochenende, der ARD, ZDF und Deutschlandradio zu verstärktem Engagement gegen die rundfunkpolitischen Ziele der Alternative für Deutschland aufgefordert hatte. Die Pläne stellten einen "massiven Angriff auf ARD, ZDF und Deutschlandradio und die gesamte Rundfunkordnung" dar. Taten seien gefragt. "Die Öffentlich-Rechtlichen müssen ihre Resilienz gegen die AfD stärken", sagte DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Sie müssten "ihren Journalistinnen und Journalisten den Rücken stärken, wenn nach den Landtagswahlen im Osten Journalistenbashing schlimmstenfalls zur Regierungspolitik gehört". Der DJV stehe dabei an ihrer Seite.
Alexander Schaub ist neuer DJV-Pressesprecher. Seit 1. August 2026 verantwortet der erfahrene Kommunikationsmanager von Berlin aus die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Verbands. Zuvor kommunizierte der Dipl. Medienwirt u.a. für das Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio, die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung MIT sowie die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main.
Die Rheinische Redaktionsgemeinschaft, in der die Regionalteile von Kölner Stadtanzeiger und Kölnische Rundschau produziert werden, wird zum 30. September 2026 geschlossen. Dies kündigte die DuMont Mediengruppe an. Die Produktion der Regionalteile wird auf einen durchgängig digitalen Prozess umgestellt. Inhalte sollen künftig von digitalen Regio-Teams erstellt und für verschiedene Kanäle aufbereitet werden. Von der Schließung sind 63 Vollzeitstellen betroffen. Der DJV NRW spricht von einem schwarzen Tag für den Lokaljournalismus. Verleger Christian DuMont-Schütte wird aufgerufen, die Entscheidung zurückzunehmen.
Diesen Samstag, 15. August, findet im Zentrum von Hamburg der Tag der Solo-Selbständigen statt. Der DJV Nord sowie DJV-Versicherungsexperte Helge Kühl werden dort mit einem Stand präsent sein. Michael Hirschler von der DJV-Geschäftsstelle führt einen Workshop für rechtssichere Verträge durch. Wichtig: Die Workshops sind bereits ausgebucht, aber den ganzen Tag gibt es ein frei zugängliches Rahmenprogramm und die Gelegenheit zum Networking. 12-18 Uhr, Galerie und Café Seeterassen, Planten & Blomen, Hamburg.
„Souverän. Menschlich. Vernetzt.“ So lautet das Motto der Digitalkonferenz Besser Online, zu der der DJV am 5. September bei Radio Bremen einlädt. Die Veranstaltung geht u.a. der Frage nach, wie sich die digitale Souveränität gegenüber den BigTech-Unternehmen stärken lässt. Den Auftakt macht Alexander von Streit, Mitgründer und Herausgeber von Krautreporter. Zu den weiteren Referentinnen und Referenten gehören u.a. der Medienwissenschaftler und BigTech-Kritiker Martin Andree, Judith Lungstrass (DIE ZEIT), taz-Geschäftsführer Andreas Marggraf, Journalismusforscher Leif Kramp, Fotografin Heike Rost und Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura. Den Abschluss bildet ein Reporter-Slam, der Live-Journalismus auf unterhaltsame Weise auf die Bühne bringt. Die Teilnahme kostet 80 Euro, für DJV-Mitglieder 49 Euro und für Studierende sowie Volontärinnen und Volontäre 30 Euro.
Zum 27. Mal hat der Bayerische Journalisten-Verband den Wettbewerb Pressefoto Bayern gestartet. Bis zum 5. Oktober können Fotografinnen und Fotografen, die hauptberuflich journalistisch tätig sind, ihre besten Bilder aus den abgelaufenen zwölf Monaten einreichen. Der BJV prämiert die besten Pressefotos des Jahres, die das aktuelle Geschehen in Bayern dokumentieren. Vergeben werden Preise im Gesamtwert von 10.000 Euro.
Der Chatbot Claude versieht KI-generierte Texte künftig mit einem digitalen Wasserzeichen. Dies gab der Softwarehersteller Anthropic bekannt. Die Funktion ist für Nutzer unsichtbar. Das Wasserzeichen bleibt auch erhalten, wenn ein Text kopiert und an anderer Stelle eingefügt wird. Das Kennzeichnungssystem ist eine Reaktion des Unternehmens auf das europäische KI-Gesetz (AI Act) sowie den EU-Verhaltenskodex für die Transparenz von KI-generierten Inhalten.
Ein Posting von Julia Klöckner zum Schulstart in Rheinland-Pfalz sorgt für Empörung. Die Bundestagspräsidentin und CDU-Abgeordnete aus dem Wahlkreis Kreuznach/Birkenfeld holte die Schülerinnen und Schüler mit einem KI-generierten Foto aus den Ferien. Der Beitrag enthielt einen Hinweis, dass das Foto mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Die Kritik lies nicht lang auf sich warten. Viele Instagram-User bemängelten, dass eine Spitzenpolitikerin professionelle Fotos durch KI-Bilder ersetzt. Klöckners Reaktion: kritische Kommentare wurden gelöscht; einige User sogar blockiert.
Im Vorfeld der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern richten RTL und n-tv in Kooperation mit der Ostseewelle ein TV-Duell aus. Zunächst wurden die Spitzenkandidaten von SPD, CDU, AfD und DIE LINKE eingeladen. Zwei Monate später lud die Redaktion jedoch Daniel Peters (CDU) und Simone Oldenburg (Linke) für die im September angesetzte Debatte wieder aus. Statt einer Viererrunde soll es vielmehr ein direktes Duell zwischen der amtierenden SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und dem AfD-Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm geben. Beide Parteien liegen in den Umfragen aktuell vorn. CDU und Linke vermuten politischen Druck aus Schwesigs Umfeld als Grund für die Ausladung. Dies weist die SPD zurück. RTL/n-tv betont, man habe verschiedene Formate geprüft und sich nach "redaktioneller Abwägung" für ein Zweierformat entschieden.
Eine Frage des Balkan-Korrespondenten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Michael Martens, an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sorgte für internationale Aufmerksamkeit. Bei einer Pressekonferenz am vergangenen Samstag in Belgrad wurde Selenskyj gefragt, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine zu helfen, "mehr russische Soldaten zu töten". Ein Video-Clip mit Martens Frage hatte sich über soziale Medien rasch verbreitet. Die FAZ räumte ein, die Frage sei "missverständlich formuliert" gewesen. Das russische Außenministerium kritisierte Martens scharf und bezeichnete ihn als "braunen Propagandisten" und "erblichen Nazi". In den sozialen Medien gab es Diffamierungen und Drohungen gegen Martens.
Kati Degenhardt, Mitglied der BILD-Chefredaktion, wechselt zum ADAC. Als Medienchefin wird sie u.a. für die Mitgliederzeitschrift "Motorenwelt" verantwortlich sein.
Heiko Gebhardt, einstiger Kriegsberichterstatter und Politikchef des Stern, ist im Alter von 84 Jahren gestorben.
Tara-Louise Wittwer, bislang als Content-Creatorin unterwegs, geht als Autorin zum Stern. Dort bekommt sie die Kolumne "Was Tara schreibt".
Zitat der Woche
Die FAZ fragt sich zum neuen lösungsorientierten Journalismus des Spiegel, "ob 'Solutions' nur das Lagerfeuer ist, über das hinweg die Granaten aus dem Sturmgeschütz der Demokratie in Richtung Berliner Regierungsviertel fliegen".
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