Foto: Initiative Demokratie braucht viele Stimmen / BDZV
Der Deutsche Journalisten-Verband beteiligt sich an der bundesweiten Initiative „Demokratie braucht viele Stimmen“. Gemeinsam mit zahlreichen Medien, Verbänden und weiteren Akteuren setzt der DJV damit ein Zeichen für die Bedeutung von unabhängigem und professionellem Journalismus für eine lebendige Demokratie. Die Aktions-Woche findet vom 14. bis 19. September rund um den Internationalen Tag der Demokratie statt.
Ein Fahrzeug des MDR Sachsen-Anhalt steht vor dem Landtag in Magdeburg. Foto: picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert
Der DJV protestiert gegen die Ankündigung von Ulrich Siegmund, den MDR-Staatsvertrag kündigen zu wollen. Noch vor Auszählung aller Stimmen kündigte der AfD-Politiker in der Tagesschau am Wahlabend an, die „Zwangsabgabe“ abschaffen zu wollen. Siegmund warf „Teilen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ Desinformation und Fake News im Wahlkampf vor. „Das ist eine Unverschämtheit, die nichts mit der Qualität der MDR-Berichterstattung zu tun hat“, kritisiert DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Die MDR-Verantwortlichen sind aufgerufen, sich im Falle der Kündigung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr zu setzen. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September hat die AfD die Mehrheit der Stimmen erzielt, die Regierungsmehrheit jedoch verfehlt.
Keine Einschränkung bei betrieblicher Mitbestimmung
Foto:picture alliance / ZB | Sascha Steinach
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert eine Reform des Betriebsverfassungsgesetzes. Ziel seines Vorstoßes ist es, die Mitwirkung von Betriebsräten in bestimmten Fällen einzuschränken. Der DJV weist dies entschieden zurück: „Wer Betriebsräte zum Standortrisiko erklärt, sucht einen Sündenbock für Probleme, die an ganz anderer Stelle liegen“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Statt Betriebsräte aus Entscheidungsfindungen heraus zu drängen, sollten Unternehmen und Beschäftigte gemeinsam daran arbeiten, besser durch Transformationsprozesse zu kommen. Dafür brauche es mehr betriebliche Mitbestimmung und nicht weniger.
Debatten rund um KI, BigTech und Journalismus in Bremen
Foto: DJV / Frank Sonnenberg
Besser Online – das ist die beliebte Digitalkonferenz des DJV. Am 5. September tagten zahlreiche Medienschaffende in Bremen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Journalismus auszutauschen. Nach der Begrüßung durch Dr.Yvette Gerner, Intendantin von Radio Bremen, sprach Alexander von Streit über die Notwendigkeit, im Journalismus mehr analoge Begegnungen mit den Nutzerinnen und Nutzern zu schaffen. Prof. Dr. Martin Andree referierte über die Frage, wie sich die digitale Souveränität gegenüber den BigTech-Unternehmen stärken lässt. Die Debatte um die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf den Journalismus schwang in nahezu allen Panels mit. Den Abschluss bildete der beliebte Reporter Slam.
Foto: Focke-Museum Bremen, Online-Sammlung Focke-Museum Bremen, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, bearbeitet
Der DJV Bremen schreibt zum zweiten Mal das Marie-Mindermann-Stipendium in Höhe von 5.000 Euro aus, das als Projektstipendium für einen Zeitraum von zwölf Monaten ausgelegt ist. Ziel ist die Unterstützung bei der Anfertigung einer journalistischen Arbeit in einer frei wählbaren Darstellungsform. Das Marie-Mindermann-Stipendium will professionell tätigen Journalistinnen und Journalisten die Möglichkeit geben, unabhängig vom Tagesgeschäft ein journalistisches Projekt ihrer Wahl zu realisieren. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Oktober 2026.
David Sirakov (Atlantische Akademie) ,Sabine Krösser (DJV), Simon Santschi (Europäische Kunstakademie Trier) / Foto: Niklas Schmitt
Im Vorfeld des 25. Jahrestags von „9/11“ lud der DJV-Bezirksverband Trier zu einem besonderen Experten-Talk mit Dr. David Sirakov. Der Direktor der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz e.V. referierte über die aktuelle Situation in den USA vor den Midterm-Wahlen, sprach über die Ursachen des Trumpismus und dessen Folgen. Die Veranstaltung fand im Atelier C3 der Europäischen Kunstakademie Trier e.V. statt.
Aus nach 80 Jahren: „Christ & Welt“ wird eingestellt
„Christ & Welt“ wird zum 22. Oktober eingestellt. Dies bestätigte eine Sprecherin der herausgebenden Wochenzeitung Die Zeit. Die Berichterstattung über religiöse Themen soll künftig digital und auf den Seiten der Rubrik „Glauben und Zweifeln“ fortgeführt werden. Die Redakteure von Christ & Welt werden in andere Ressorts wechseln. Die einst einflussreiche evangelisch-konservative Wochenzeitung wurde 1948 gegründet und ging 1980 im Rheinischen Merkur auf. 2010 hatte Die Zeit die Marke Christ & Welt übernommen.
Die Süddeutsche Zeitung schafft das klassische Volontariat ab und reformiert ihre journalistische Ausbildung. Für den Jahrgang ab April 2027 schreibt die Zeitung ausschließlich Schwerpunkt-Volontariate für Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien, Wissenschaft, Visual-Design/Foto und Audio/Video/Social aus. Das neue Ausbildungskonzept schaffe genau die Tiefe, die Qualitätsjournalismus heute braucht, heißt es.
Gemeinsam mit Till Hoppe bilden künftig Clara Pfeffer (bislang RTL/ntv) und Christoph Hickmann (bislang Spiegel) die Chefredaktion von Table.Briefings. Pfeffer und Hickmann treten die Nachfolge von Helene Bubrowski und Michael Bröcker an.
Das ZDF besetzt drei Studioleitungen neu: Felix Klauser übernimmt die Führung des ZDF-Studios Moskau, Timm Kröger wechselt nach Rio de Janeiro und Isabelle Tümena leitet künftig das Landesstudio Baden-Württemberg.
Anne Lena Mösken folgt auf Peter Schink und wird Chefredakteurin der Berliner Morgenpost. Mösken kommt von der Freien Presse in Chemnitz.
Martin Machowecz tritt die Nachfolge von Harald Martenstein als Kolumnist des Zeit-Magazins an.
Er war fast 25 Jahre eine markante Stimme von Radio ffn in Hannover: Frank Schamborstarb unerwartet im Alter von 54 Jahren.
ProgrammdirektorRalf Zinnow wird Leiter Marktentwicklung Kooperationen der Antenne Bayern Group. Seine drei bisherigen Stellvertreter Bettina von Bentzel, Nick Lisson und Benni Kostal treten die Nachfolge als Programmleiter an.
Thorsten Schorn wechselt zu RTL Radio. Der Moderator kommt vom WDR.
Zitat der Woche
Ulrich Siegmunds vergiftetes Lob an die Journalisten: "Wir haben es auch dank Ihnen geschafft."
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