DJV an Kulturstaatsminister: Finger weg von ARD und ZDF
Foto: picture alliance / dts-Agentur
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sprach laut Teilnehmenden einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung über einen radikalen Umbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Berichten zufolge soll er eine Zusammenlegung von ARD-Anstalten sowie eine Privatisierung des ZDF ins Spiel gebracht haben. Die Antwort des DJV ist deutlich: "Finger weg von ARD und ZDF", sagt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster und fügt hinzu: "Gerade in Zeiten von Desinformation und Plattformmacht braucht unsere Demokratie einen starken, unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ideen zu einem Umbau mit der Abrissbirne kennen wir bisher nur von der AfD. Die Bundesregierung sollte nicht ins gleiche Horn blasen."
Die Rundfunkkommission der Länder hat den Entwurf des Digitale Medien-Staatsvertrags (Teil 2) auf den Weg gebracht. Der DJV begrüßt die darin enthaltenen Ansätze einer strengeren Regulierung von Big Tech-Unternehmen, fordert jedoch Nachbesserungen. Der am Mittwoch beratene Entwurf sieht vor, dass generative KI-Anbieter die journalistischen Sorgfaltspflichten einhalten müssen und so strenger haften. Diese bisherigen Haftungsregeln müssen aus Sicht des DJV ohne Vorbehalt und konsequent auf alle sehr großen Online-Plattformen bezogen werden, unabhängig davon, ob sie generative KI einsetzen.
Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto / Jonas Lohrmann
Die Redaktion der logo!-Kindernachrichten im ZDF hat auf die massive Kritik an den Interviews mit den AfD-Spitzenkandidaten zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern reagiert und eine Änderung des Formats vorgenommen. Aus Sicht des DJV ist der Verzicht auf die Ausstrahlung eines von Schüler:innen geführten Interviews mit dem AfD-Politiker Enrico Schult ohne professionelle Einordnung durch Journalist:innen die einzig richtige Entscheidung. "Dass ,logo!‘ vor der Wahl in Sachsen-Anhalt Ulrich Siegmund eine halbe Stunde hat schwadronieren lassen, hat zu Recht für viel Unmut gesorgt. Gut, dass sich das für Mecklenburg-Vorpommern nicht wiederholt", unterstreicht DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Die perfide Medienstrategie der AfD erfordere journalistische Profis.
"Volle Kanne" begleitet Martin Andree zu Besser Online
Foto: Screenshot, Volle Kanne (ZDF), 16.09.26
Welche Rolle spielt Journalismus im Zeitalter von Big Tech und KI? Dieser Frage ging die ZDF-Sendung "Volle Kanne" nach und begleitete Prof. Dr. Martin Andree auf der DJV-Digitalkonferenz Besser Online in Bremen. Der Medienwissenschaftler warnt seit Jahren vor einem Machtmonopol der Tech-Giganten. Er diskutierte u.a. mit Benjamin Piel, Chefredakteur vom Weser Kurier, und Ute Korinth, Mitglied im DJV-Bundesvorstand. Den Beitrag gibt es in der ZDF-Mediathek (Volle Kanne, 16.09.2026, ab Timecode 44:00).
Die Unterschriftenaktion "Aktiv-Rente auch für Selbstständige" läuft noch bis einschließlich Donnerstag, 24. September 2026. Auch Festangestellte sind aufgerufen, das Anliegen in Solidarität mit den Selbstständigen zu unterstützen. Darum geht es: Selbstständige werden bei der Rente schlechter behandelt als Angestellte. Hintergrund ist die Anfang des Jahres eingeführte Aktiv-Rente, die es Rentner:innen ermöglicht, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen, sofern sie die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht haben und sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Selbstständige sind von dieser Regelung jedoch ausgeschlossen. Daher wird die Bundesregierung aufgefordert, diese Ungerechtigkeit zu beenden und die Aktiv-Rente auch für Selbständige sofort einzuführen.
Im Zuge des Zusammenschlusses von RTL Deutschland und Sky sollen bis Ende 2027 weitere rund 500 Stellen bei den Unternehmen abgebaut werden. Darüber informierte RTL-Chef Stephan Schmitter die Belegschaft am Donnerstag. Der überwiegende Teil davon soll noch 2026 gestrichen werden. Diesmal ist auch Sky von dem Abbau betroffen. Der DJV ist entsetzt über die weitere Reduzierung und warnt vor den Auswirkungen auf das journalistische Angebot. "Spätestens jetzt bekommt die Fusion von RTL und Sky ein Preisschild: Die Sender-Chefs nennen das Synergien. Für die Beschäftigten sind es verlorene Arbeitsplätze und für den Journalismus ein massiver Kompetenzverlust", betont der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Bereits zum Jahresende 2025 wurden 600 Vollzeitstellen bei RTL gestrichen.
DJV mit Workshops und Panels bei b°future festival in Bonn
Das b.future festival für Journalismus und konstruktiven Dialog findet vom 1. bis 3. Oktober in Bonn statt. Es wird organisiert vom gemeinnützigen Bonn Institute und verbindet Öffentlichkeit mit Fachwelt. Auch in diesem Jahr wirkt der DJV an zahlreichen Veranstaltungshighlights mit. NRW-Landesvorsitzende Andrea Hansen geht der Frage nach: Was, wenn die Presse lügt? Kristian van Bentem, stv. DJV-Landesvorsitzender in NRW, moderiert eine Diskussion zu kommunaler Pressearbeit vs. Lokaljournalismus, und DJV-Vorstandsmitglied Ute Korinth spricht u.a. mit NRW-Medienminister Nathanael Liminski und WDR-Intendantin Katrin Vernau über "KI, Urheberrecht und die Macht der Inhalte".
Benedikt Becker wechselt von der WirtschaftsWoche ins Politik-Ressort der ZEIT.
Daniel Friedrich Sturm wird Politischer Chefkorrespondent beim Tagesspiegel. Karin Christmann übernimmt die Leitung des Hauptstadtbüros.
Jan Feddersen verlässt die taz und schreibt künftig als freier Autor.
Doreen Reinhard berichtet künftig aus der Zentralredaktion für alle Funke-Regionalmedien über Ostdeutschland.
Zitat der Woche
"Es wirkt, als wollte Weimer ein bisschen Stimmung machen, ohne sich ernsthaft der Debatte stellen zu wollen", schreibt Stefan Niggemeier zu Weimers hinter geschlossenen Türen geäußertem Vorstoß, ARD und ZDF umzukrempeln.
Warum erhalten Sie eigentlich diesen Newsletter und welche Regelungen gelten dafür? Alle Infos darüber finden Sie hier. Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, können Sie sich hier abmelden. Wenn Sie diesen Newsletter gar nicht direkt von uns erhalten, sondern durch Weiterleitung von anderen bekommen, z.B. von Ihrem DJV-Landesverband, beachten Sie bitte den Hinweis: Sie können die DJV-news auch direkt von uns erhalten, melden Sie sich bitte hier an.
Die Redaktion der DJV-news erreichen Sie unter news@djv.de.
Deutscher Journalisten-Verband (DJV) Timo Conraths (Hauptgeschäftsführer) Torstr. 49 10119 Berlin Deutschland
+49 30 72 62 79 20 djv@djv.de https://www.djv.de
Geschäftsführer: Timo Conraths Herausgeber: DJV-Bundesvorstand
V.i.S.d.P.: Mika Beuster
Redaktion: Alexander Schaub (verantw.)
Wenn Sie diese E-Mail (an: schaub@djv.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.